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Was ist Wildwasserrennsport?
Geht man von den Ursprüngen des Kajakfahrens der Eskimos und den Canadiern der Indianer zurück, so stellt man fest, daß der Wildwasser – Rennsport eine der natürlichsten Sportarten überhaupt geblieben ist
Sie ist eine sehr dynamische, spritzige und naturverbundene Sportart mit langer Tradition. Die Wildwasser – Rennsportler des Deutschen Kanu – Verbandes e. V. (DKV) sind derzeit weltweit die Nummer Eins.
Ziel des Wildwasser – Athleten ist es, die Kontrolle über sein Boot in wildbewegten und schnellfließendem Wasser zu zeigen und eine vorgeschriebene Strecke in kürzester Zeit zu passieren. Dem Wettkämpfer werden dabei größtes Reaktionsvermögen im Zusammenspiel mit Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit abverlangt.
Doch Wildwasser – Rennsport findet nicht nur auf Wildwasser statt ! Also keine Angst! Auf fließenden Gewässern, wie auf leichten Bächen und Flüssen werden ebenfalls Rennen durchgeführt, die als Abfahrtsrennen bezeichnet werden. Solche Wettkämpfe sind ideal für den Kanunachwuchs und als Aufbaurennen.
Gestartet wird auf der zwischen drei und zehn Kilometer langen Strecke in 30 bzw. 60 – Sekunden – Abstand. Während der Wettkampfzeit, die ja nach Strecke zwischen 10 und 30 Minuten beträgt, muß der Wettkämpfer versuchen, die günstigsten Durchfahrten zu finden, um somit die Strecke schnellstmöglich zu bezwingen. Bei den Abfahrtsrennen gilt schwerpunktmäßig die schnellste Stömung oder den schnellsten Weg in seichtem oder tiefen Gewässern zu finden.
Seit einigen Jahren gibt es auch „Wildwasser – Sprintrennen“, die auf kurzen Wettkampstrecken von 400 bis 800 Metern in zwei Läufen ausgefahren werden. Beide Laufzeiten werden addiert. Sollte ein Lauf nicht gefahren oder zu Ende gefahren werden, scheidet der Wettkämpfer/in aus dem Wettkampf aus.
Beim Wildwasser – Rennsport werden zwei Bootsklassen unterschieden: Der Kajak wird sitzend ohne Steuereinrichtung mittels Doppelpaddel gefahren. Im Canadier knien die Athleten und bewegen das Boots mittels eines Stechpaddels.
Neben den Einzelwettbewerben gibt es Mannschaftsrennen, in denen drei Boote pro Verein oder Verband gemeinsam auf die Strecke gehen.
Im Wildwasser – Rennsport zählen die gefahrenen Zeiten und man kann die Leistungsunterschiede daran erkennen, besonders bei Qualifikationsrennen, da die Ergebnisse eindeutige Fahrzeiten und Leistungen des Wettkämpfers wiederspiegeln.
Daher ist Wildwasser – Rennsport eine sehr gerechte Sportart gegenüber Mannschaftssportarten, da oft subjektive Urteile bei Funktionären wie Trainer oder Sportleiter praktiziert werden zum Nachteil von guten oder talentierten Sportlern, die unberechtigter Weise wie z. b. bei Mannschaftsaufstellungen ausgeschlossen werden. Wildwasser – Rennsportler ist eine Sportart mit Changengleichheit.
Für die Boote sind die folgenden Mindestmaße vorgeschrieben:
Kajak –Einer 4,50 m Höchstlänge 0,60 m Mindestbreite 10 kg Mindestgewicht Canadier – Einer 4,30 m „ 0,70 m „ 11 kg „ Canadier – Zweier 5,00 m „ 0,80 m „ 18 kg „
In folgenden Altersklassen werden die Wettkämpfe ausgetragen:
Schüler C: 7 – 9 Jahre
Schüler B: 10 – 12 Jahre
Schüler A: 13 – 14 Jahre
Jugend: 15 – 16 Jahre
Junioren: 17 – 18 Jahre
Senioren: ab 19 Jahre
Senioren A: ab 32 Jahre
Senioren B: ab 40 Jahre
Senioren C: ab 50 Jahre
Natürlich gelten diese Altersklassen für beide Geschlechter. Ein Sport nicht nur für Männer, sondern auch für mutige Mädchen und Frauen!
Jedes Jahr werden Deutsche Meisterschaften ausgefahren. Weltmeisterschaften sowie Europameisterschaften finden abwechselnd alle zwei Jahre statt. In dieser Saison werden die Europameisterschaften in Italien auf der Sessia Anfang Juni ausgetragen. In einer Wettkampfserie aus 5 Rennen findet alljährlich der Weltcup statt.
Talentierte Jugend bzw. Juniorenfahrer(innen) können ebenfalls nach einer entsprechenden Qualifikation an Junioren Europa oder Weltmeisterschaften teilnehmen.
Die Meisterschaftsrennen werden jährlich in Gruppenmeisterschaften wie z.B. Süddeutsche Meisterschaften,
den Landes, - Bezirks und sogar bis hin zu den Stadt/Vereinsmeisterschaften ausgerichtet.
Qualifikationsrennen finden zu den Deutschen, Welt – und Europameisterschaften statt. Bei den Seniorenklassen (ab 19 Jahre) gibt es zwei Leistungsklassen. Die Fahrerinnen bzw. Fahrer der Leistungsklasse 1 sind bei den Deutschen Meisterschaften startberechtigt. In den Landesverbänden wird dazu der Auf bzw. Abstieg geregelt.
Wildwasser – Rennsport in Bayern
Auch in Bayern wird diese naturverbundene Sportart in elf Kanuvereinen aktiv betrieben. Diese Vereine sind in Passau, Obernzell, Straubing, Kelheim, Rosenheim, München, Augsburg, Garmisch – Partenkirchen, Donauwörth, Bamberg und in Lindau zu finden. Leider ist die Dominanz seit Jahren nicht mehr im Freistaat vertreten, sondern in Nordrhein – Westfalen und gar vereinzelt gibt es in Hamburg und in Hessen Weltklassefahrer.
Gerade in Bayern, besonders im Alpengebiet, sind die Bedingungen für Wildwasser – Rennsport optimal. In den Mittelgebirgen wie im Bayerischen Wald sind ebenfalls bei der Schneeschmelze oder nach ausgiebigen Regenfällen herrliche Wildwasser zu finden.
Als Talentschmiede ist der Kajak Klub Rosenheim bekannt. Einige Nachwuchsfahrer werden vom ehemaligen Weltklassefahrer Konrad Hollerieth betreut und seine Erfahrungen erfolgreich umgesetzt.
Der zuständige Ressortleiter des Bayerischen Kanu – Verband (BKV) Eugen Eibl hat einen erfahrenen Trainerstab, der in Bayern in Stützpunkten bedarfsgerecht aufgeteilt ist. Er möchte mit dem Nachwuchs eine solide Basis für die Zukunft bilden. Über die Saison verteilt sind Lehrgänge für Nachwuchsfahrer und Spitzenfahrer geplant, um den Anforderungen im Wildwasser – Rennsport gerecht zu werden. Gefordert sind auch die Vereine mit ihren Vereinstrainern um überhaupt den herrlichen Sport aufrecht zu erhalten. Hier kann man nicht genug an Unterstützung vom Verein, an Personal und Material bekommen. Zwar scheint Wildwasser – Rennsport auf den ersten Blick ein teuerer Sport zu sein, doch die meisten Vereine verfügen über eine Grundausstattung an Booten und Ausrüstung.
Peter Meinhardt Wildwasser - Rennsport Bayerischen Kanu – Verband e. V.
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